1945. Merkblatt OKH: Ausbildungshinweis Nr. 35 JWest (Erfahrungen aus Abwehrkämpfen gegen Amerikaner)

1945. Merkblatt OKH: Ausbildungshinweis Nr. 35 JWest (Erfahrungen aus Abwehrkämpfen gegen Amerikaner)

Nachstehende Erfahrungen sind in den letzten Abwehrkämpfen im Westen gesammelt worden. Besondere Kennzeichen der Kämpfe waren: Masseneinsatz von Panzern, Artillerie und Luftwaffe durch den Feind.

I. Linienführung der HKL

Dem amerikanischen Panzer ist unübersichtliches, bedecktes Gelände (Wald, kleine Buschgruppen) unangenehm; seine Hauptangst sind Panzerfaust und Panzerschreck; er umgeht jedes Gelände, aus dem ihm diese Gefahr droht.

Amerikaner 1

In unübersichtlichem Gelände stellt sich der Panzer in Achtungsentfernung zu diesen Nahkampfwaffen auf und schießt solange aus allen Rohren, bis er glaubt, alles vernichtet zu haben,-, dann schiebt er sich langsam mit der Infanterie heran.

Полный перевод: 1945. Ausbildungshinweis Nr. 35 JWest (опыт оборонительных сражений против американцев) Памятка ОКХ № 35 по боевой подготовке войск составленная на основе опыта оборонительных боевых действий против америки.

Краткое содержание: Здесь вам не Голливуд! Отчёт вермахта о войсках США 1945 год.

Folgerung:

Sofern panzersichere Linienführung der HKL (Abschnitte, Schluchten) nicht möglich, unübersichtliches Gelände anstreben. Ideales Vorgelände für eine nicht panzersichere Stellung S&t kleines Buschwerk, das noch Übersicht bis zur Schuß­entfernung von Panzerschreck bietet, dann kahle Weite; die HKL keinesfalls an den vorderen Buschtand vorschieben! Wenn kahle Hänge unvermeidbar, dann Hinterhangstellung, besonders viel Tiefe und schachbrettartige Gliederung, nur kein Lineal; jede Möglichkeit zur Einnistung vorgeschobener Panzernah­kampftrupps ausnutzen.

II. Stellungsbau, Tiefengliederung

Gegen die einem Angriff vorausgehende^ oder ihn begleitende massierte feindliche Artillerie- und Granatwerferwirkung gibt es neben der Güte des Aus­baues nur ein Mittel: das in Waffennester aufgelockerte und verschleierte, tief gegliederte eigene Abwehrsystem. Allein dadurch wird das feindliche Feuer zerspalten.

Die «Führungsgrundsätze für den Stellungsbau») (OKH/Gen St d H/Ausb. Abt. (II) Nr. 3900/44 v. 30. 10. 44) Ziff. 2), Absatz 3—5 sind die Grundlage für Erkundung und Ausbau einer Stellung. Versteckte Grabenführung, Auflockerung, Verschlierung, tiefes, weitverzweigtes Grabensystem, Auflösung in Waffennester, ……….. inanlagen, kein sinnloses Freimachen des Schußfeldes — das alles sind ……………. die jedem Offizier und Unteroffizier in Fleisch und Blut übergehen müssen.

III. Verhalten in der eigenen Stellung

  1. Der Amerikaner schießt auf jede Bewegung mit massierter Artillerie und Granatwerfer. Manche Verluste traten ein, weil die Männer das Loch ver­ließen, um auszutreten oder Wasser zu holen, oder weil sie unachtsam geworden waren.

Folgerung:

Erstarren jeder Bewegung am Tage, eiserne Disziplin. Jede Unvorsichtigkeit gefährdet nicht nur den einzelnen, sondern ebenso seine Kameraden.

  1. Der Amerikaner hält an fester Front bestimmte ruhige Zeiten ein, meist die gleichen Stunden am Vormittag. Man hat sie schnell heraus. Zu den übrigen Zeiten schießt er mit großer Wendigkeit im Hintergelände herum.

Folgerung:

Verlegung von unvermeidlichen Bewegungen in diese Zeilen. (Melde­verkehr, Störungssuche, Essenholer und ähnliches.)

IV. Amerikanische Angriffsweise

  1. Der Amerikaner greift fast nie bei Morgengrauen an, sondern meist erst in den späten Vormittagsstunden. Vorher bereitet er sich vor.

Folgerung:

Die Morgenstunden für eigene Gliederung und zur Stärkung, der Abwehrbereitschaft ausnutzen. Gefechtsfeld beobachten. Kurze, massierte Feuerschläge auf Grund der Beobachtungsergebnisse oder bei reichlicher Munition auf Verdacht (nach dem starren Feuerplan).

  1. Der Raum eines amerikanischen Angriffes zeichnet sich meist klar dadurch ab, daß die Flanken mit Nebel abgeschirmt werden und der angegriffene Stellungsteil durch massiertes Art.-, Pz.- und Granatwerferfeuer in Qualm und Rauch gehüllt ist. Aus dem angegriffenen Raum kommen dann lange Zeit keine Meldungen, höchstens werden mal Leuchtzeichen erkennbar.

Folgerung:

Gerichtsstand so wählen, daß ein guter Gesamtüberblick über die Stellung vorhanden ist (jedoch keinesfalls auf einsamer Höhe). Dann zusammen- gefaßtes Feuer vor den angegriffenen Raum; das wirkt immer und gibt der eigenen Truppe moralischen Halt.
Diese Feuerschläge sind vorzubereiten und ständig auf Grund der Kampf­erfahrungen zu ergänzen. Die Truppe muß nach jedem Angriff melden: wie lag das eigene Feuer, welche Änderungen und Ergänzungen sind nötig? Kurze Stichworte für Funk-Anforderungen des Feuers auf bestimmte Räume festlegen!

  1. Der amerikanische Infanterist ist im Angriff oft laurig. Außerhalb der Deckung hält er auch geringes Infanterie- und Artilleriefeuer (besonders s. Gr.W.) nicht aus und geht zurück.

Folgerung:

Schießen und nochmals Schießen; möglichst aus der Flanke und …… Waffen; bei Einnebelung auch auf Verdacht möglichst viel………… in den Qualm hinein! Die Infanterie-Munition im Ste…………… reicht immer.

  1. Amerikanische Angriffe, 6—8mal abgewiesen, werden meist stur immer wieder gegen die alte Stelle, aus dem gleichen Bereitstellungsgelände, in derselben Annäherungsform vorgetragen.

Folgerung:

Für diese Brennpunkte läßt sich ein massiertes, automatisch einsetzendes Abwehrfeuer aller Waffen bis ins Kleinste und in seinem Ablauf so vor­bereiten, daß es auf Knopfdruck ausgelöst werden kann (siehe Ziff. 2 und 3).

V. Eigene Unternehmungen

  1. In der Verteidigung ist der Amerikaner zäher als im Angriff; scharf ange­packt, weicht er jedoch auch hier. Er scheut den Nahkampf.

Folgerung:

«Furor teutonicus» im Angriff; Schießen aus der Bewegung, auch schon auf weitere Entfernung; eine Panzerfaust in die oft beobachteten Pulks hinein hat verheerende Wirkung.

  1. Für den Amerikaner hört der Krieg meist um Mitternacht herum auf. Er lockert nach hinten zum, «Schlaf» auf und schläft dann fest. Seine Sicherung vorn ist dann mangelhaft; er sucht sie durch Einsatz von Wachhunden, Gebrauch von Handscheinwerfern und Anlage 30 m breiter Gürtel von trockenem Reisig zu verbessern. Den Begriff. «Wachvergehen» kennt er kaum.
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Folgerung:

Ein Durchkommen durch die amerikanische Linie stößt bei Nacht auf keine Schwierigkeiten. Der verschlafene Amerikaner läßt sich leicht verblüffen und überrumpeln. Stoßtrupps zwischen Mitternacht und Morgengrauen sind am meisten erfolgversprechend, heranschleichen und schnell und scharf zupacken, sowie man erkannt ist’ Oft ist es möglich, verlorengegangene, vom Amerikaner mit viel Blut eroberte Stellungsteile verhältnismäßig leicht und verlustlos durch überraschendes Zupacken zurückzugewinnen.

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  1. Rückwärts der vorderen Linie sitzen die Amerikaner fast ausschließlich in Ortschaften, die sie nachts stark sichern. Die Posten stehen mit schußbereiter M.Pi. dicht an den Häusern, bewegen sich nicht (sind daher schwer fest­zustellen) und schieben ohne Anruf. Eine vom Ort abgesetzte Sicherung ist dem Amerikaner unbekannt. Dagegen wechselt er häufig Unterkunft, Posten- aufstellung und B. Stellen.
    Der Amerikaner benutzt fast ausschließlich Straßen, und zwar meist im Geleitverkehr unter Schutz eines Pz. Spähwagens oder SPW. Wald und unübersichtliches Gelände meidet er. Bewegungen bei Nacht weiden selten durchgeführt.
    Folgerung:
    a) Die eigene Spähtrupptätigkeit bei Tag und Nacht ist erleichtert. Auch Fernspähtrupps sind verhältnismäßig leicht durchzuführen. Späh­trupps können schwach gehalten werden, 1 :3 genügt.

Zum Vorgehen das Gelände ausnutzen, Ortschaften und Zivilisten meiden (Verratgefahr!). Bei Annäherung an Ortschaften Vorsicht! Annäherung bei Tage meist unmöglich. Der Ort muß aus der Deckung beobachtet werden. Das Absetzen vom Feind bei Erkannt werden gelingt fast immer, da der Amerikaner selten und dann nur auf kurze Strecken v verfolgt.

b) Bei Stoßtruppunternehmen gegen Ortschaften ist vorher Auf­klärung nötig, damit nicht ins Leere gestoßen wird. Wegen der starken Sicherung Ansatz eines Zuges oder einer Kompanie erforderlich.

Schwächere Stoßtrupps-legen sich an Straßen und Wege, um Geleit­zügen aufzulauern. Ausrüstung mit Panzerfaust wichtig!

VI. Feindliche Fliegertätigkeit

  1. Die Gefahr der vordersten Front liegt in den feindl. Jabos und Art-Fliegern.

Folgerung:

Die einzigen Mittel dagegen sind: Erstarrung, Auflockerung, Verschleie­rung. Flak oft Stellungswechsel machen lassen; der amerikanische Flieger meidet Räume, aus denen, er beschossen wurde, für’einige Tage. — Mit allen infanteristischen Waffen sofort schießen, wenn die Flieger frech werden und sich in den Wirkungsbereich der Infanterie-Waffen hineinwagen.

  1. Der Bereich des Art.-Fliegers reicht bis zu 5 km hinter die vorderste Front, die Jabos dehnen ihre plötzlichen und sehr häufigen Streifzüge meist bis zu 50 km in die Tiefe aus. Dazu kommt noch die Gefahr der Bombenteppiche durch Kampfverbände.
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Folgerung:

Vermeidung jeder Massierung, besonders von Munitionsvorräten, nirgends geschlossene Kolonnen; Tarnung; Luftspäher mit Handsirenen. Keine Kraft­wagenfahrt ohne eingeteilten Luftspäher. Nur im offenen Pkw. fahren. Unter­wegs stets Ausschau halten nach Splitterschutz und Tarnmöglichkeit. Jede nicht unumgänglich notwendige Bewegung in die- Nacht verlegen; überall Deckungslöcher, die gleich so anzulegen sind, daß sie später als infante- ristische Verteidigungsstellung benutzt werden können.

Akte 195. Merkblatt OKH: Ausbildungshinweis Nr. 35

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